Die technische Bautrocknung im Neubau

Als der Bass Bertl vor einiger Zeit in sein neues Heim gezogen ist kam unter anderem auch das Thema Feuchtigkeit im Bau auf. Sollte man die feuchten Flecken an der Wand einfach ignorieren oder doch etwas dagegen tun? Doch warum ist das Entfeuchten eines Hauses eigentlich wichtig? Was sind die Vorteile und wie hoch sind die Kosten? Gibt es Alternativen zu Bautrockner und wenn ja, wie sehen diese aus? Diese und weitere Fragen werden wir im folgenden Artikel umfassend beantworten.

Warum sollte man einen Neubau trocknen?

Bei einem neu errichtetes Einfamilienhaus werden während der Rohbauphase ca. 1.000 Liter an Wasser mit den Baustoffen eingebracht. Dies können beispielsweise Putz, Zement, Mörtel, feuchte Ziegel und natürlich auch der Estrich sein. Diese überflüssige Feuchtigkeit schadet dem Baukörper im weiteren Nutzungsverlauf und sollte daher vor der Objektnutzung beseitigt werden.

Wie sollte ich  mein Haus trocknen?

Grundsätzlich gibt es drei Möglichkeiten zur Trocknung eines Hauses:

Lüften

Vorteile:

  • auf den ersten Blick sehr billig

Nachteile:

  • Funktioniert nur bei einem entsprechenden Aussenklima. In unseren Breitengraden herrschen oft Luftfeuchtewerte von über 70 %, dann ist das Auslüften von Feuchtigkeit nicht möglich.
  • Man sollte mindestens drei Mal täglich sinnvoll lüften.
  • Dazu müsste man mit einem Hygrometer die relative Luftfeuchte im inneren und äußeren des Gebäudes kontrollieren und die Lüftungszeiten und damit seinen eigenen Tagesablauf danach ausrichten.
  • Die Austrocknung des Gebäudes dauert mehrere Monate.

Heizen und Lüften

Vorteile:

  • Geht schneller von statten als nur lüften

Nachteile:

  • Alle Nachteile welche auch für das Lüften gelten, siehe oben.
  • Man benötigt eine Menge Heizenergie um das Gebäude aufzuheizen und dann die Wärme wieder heraus zu lüften. Danach beginnt der Kreislauf von vorne.
  • Durch die extremen Luftfeuchteschwankungen während des Lüftungsvorgangs kann es zu Bauschäden kommen (Risse im Putz, geschüsselte / gesprungene Estrichplatte).

Technische Bauaustrocknung mit Hilfe von Bautrocknern

Vorteile:

  • Stets die optimale Luftfeuchte um eine schnellstmögliche Austrocknung ohne Bauschäden zu gewährleisten.
  • Von den Energiekosten her gesehen günstiger als heizen und lüften.
  • Um kosten zu sparen, kann man Bautrockner mieten
  • Es gibt keinen Verzug bei Folgegewerken welche auf Grund der noch zu hohen Feuchtigkeit nicht weiter arbeiten können.
  • Eine technische Trocknung mit Hilfe von Bautrocknern ist ca. 60 Prozent schneller als eine natürliche Austrocknung.
  • Durch eine bessere Gebäudeisolation (=trockene Wände) sparen Sie in den ersten fünf Jahren bis zu 300 Prozent an Heizkosten.
  • Der Bau kann während der Trocknung komplett geschlossen bleiben. Dadurch haben unliebsame Besucher (Diebe, etc.) keine Chance in den Bau zu kommen.
  • Durch die schnellere Fertigstellung des neuen Objekts sparen Sie Mietkosten für das alte Objekt.

Nachteile:

  • Im Grunde keine. Die Gebühr für das Bautrockner mieten amotisiert sich sofort wieder.
  • Die Kondensatbehälter sollten täglich einmal geleert werden.

Welche Geräte benötige ich genau für eine technische Bautrocknung

Bautrockner

Bautrockner mit Kondensatwanne

Bildquelle: Verleih Bayern

Ganz klar: Erst einmal einen Bautrockner. Dieser muss dem Volumen des zu trocknenden Gebäudes angepasst sein. Es gibt unterschiedliche Modelle mit einer unterschiedlichen Leistung für jeden Anwendungsfall. Wichtig ist, dass die Geräte eine sogenannte Heißgasabtauung besitzen. Dies ist ein Ausstattungsmerkmal von hochwertigen Geräten. Dadurch läuft die Trocknung effizienter und schneller ab als bei einem Gerät ohne diese Funktion.

PRAXISTIPP:

Dimensionieren Sie den Bautrockner nicht größer als das Objekt welches getrocknet werden soll in Wirklichkeit ist. Dadurch erzeugen Sie nur Bauschäden und verbrauchen mehr Energie als nötig. Die Trocknung wird dadurch aber nicht beschleunigt.

 Ventilatoren

Ventilatoren Axial und Radial

Bildquelle: Verleih Bayern

Ventilatoren sollten immer gemeinsam mit dem Bautrockner aufgestellt werden. Sie sorgen für eine gute Luftzirkulation und damit dafür, dass sich die Luft schneller mit neuer Feuchtigkeit aus den Baustoffen sättigen kann. Durch den Einsatz von Ventilatoren kann man eine Bautrocknung um bis zu 30 Prozent beschleunigen.

Elektroheizer

Elektroheizer / Elektroheizgeräte

Bildquelle: Verleih Bayern

In der kühlen Jahreszeit empfiehlt es sich die Lufttemperatur zu kontrollieren und evtl. zu Heizen. Eine effiziente Bautrocknung kann erst ab einer Temperatur von 15° Celsius oder mehr statt finden. Dies hat den Hintergrund, dass warme Luft mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann als kühle Luft. Dadurch kann der Bautrockner seine Leistung entfalten und mehr Feuchtigkeit in kürzerer Zeit aus dem zu trocknenden Bauwerk holen.

PRAXISTIPP:

Nutzen Sie zum Beheizen Ihres Rohbaus keine direkt befeuerten Gaskanonen wie man sie z.B. in Baumärkten erhält. Durch die Verbrennung von Gas entstehen je Kilogramm Gas 1,7 Kilogramm Wasserdampf. Dies wirkt sich negativ auf den Trocknungserfolg aus.

Kosten einer Bautrocknung

Bautrockner mieten oder kaufen?

Professionelle Bautrockner sind nicht günstig zu haben. Verzichten Sie bitte auf den Kauf von günstigen Kunststoffgeräten aus den Online Marktplätzen. Diese Geräte sind nicht effektiv und bringen nicht das gewünschte Ergebnis. Mieten Sie besser ein Trocknungsgerät von einem professionellen Verleihservice. Die unter dem Link zu findende Firma bietet neben günstigen Profi Bautrocknern zum mieten auch jegliches Zubehör und natürlich auch eine Beratung an.

Welche Kosten kommen auf mich zu?

Kosten Bautrockner mieten

Eine durchschnittliche Bautrocknung benötigt ca. drei Wochen an Zeit um zu einem perfekten und trockenen Ergebnis zu kommen. Für ein kleineres Einfamilienhaus benötigt man einen Bautrockner und einen Ventilator. Die Kosten je Tag für beide Geräte liegen bei ca. 10,- EUR netto. Bei 21 Tagen entsteht also eine Mietgebühr von 210,- EUR netto.

Kosten Energie

Ein Trocknungsgerät und Ventilator wie oben beschrieben benötigen ca. 1,1 KW je Stunde. Am Tag also 26,4 KW/h. Bei 21 Tagen kommen 554,4 KW/h zusammen. Bei einem Strompreis von ca. 0,25 EUR mach das in Euro 138,60 EUR.

Gesamtkosten

Nehmen wir die Kosten von 210,- EUR für die Mietgeräte und die Energiekosten in Höhe von 138,60 EUR zusammen, ergibt dies eine Netto Gesamtsumme von 348,60 EUR. Verglichen mit den dafür minimierten Risiken und der Energieeinsparung amotisiert sich die Investition in die Bautrocknung umgehend.

Jetzt fühlt sich der Bass Bertl wieder rundrum wohl und kann sich auf das Musik machen konzentrieren… 😉

 

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